| Presseberichte
zu den Memoiren von Peter Spacek |
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vom 13. Juni 2005: |
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den Befreiungsbewegungen Afrikas Eigentlich war Peter Spacek seit 1965 ständiger Korrespondent des DDR-Rundfunks in Tansanias Hauptstadt Daressalam. Weil dort die meisten afrikanischen Befreiungsbewegungen ihre Hauptquartiere hatten, dehnte er aber seine Berichterstattung auf die FRELIMO von Moçambique, den südafrikanischen ANC, die namibische SWAPO sowie auf ZAPU und ZANU aus Simbabwe aus. Aus den Kontakten resultierten Reisen in die jeweiligen Länder. In seinem Buch »War ich wirklich in Moçambique?« schildert Spacek z. B. wie ihn bei einem geheimen Besuch der FRELIMO 1970 sein Truppführer Joaquim Chissano an der Grenze zu der portugiesischen Kolonie empfing. Per Einbaum ging es über Flüsse und weite, überflutete Flächen, schließlich per pedes zu einem Stützpunkt der FRELIMO, etwa 40 Kilometer von der Grenze entfernt – mitten im Kriegsgebiet. Spacek führte damals das erste Interview, das der künftige FRELIMO-Präsident und damalige Armeechef der Befreiungsorganisation Samora Machel einem Journalisten gewährte. Chissano, der nach dem Tod von Machel 1986 Präsident von Moçambique wurde, berichtete Spacek u. a., daß es Probleme mit dem Munitionsnachschub für die sowjetischen Waffen gebe. Ein Mitarbeiter der sowjetischen Botschaft in Daressalam, dem Spacek nach seiner Rückkehr davon berichtete, meinte, er wolle ihn nicht kränken, aber fragen: »Ob ich sicher sei, daß ich wirklich in Moçambique war?« Ähnliche Reaktionen kamen aus Ostberlin, als Spacek auf Anfrage nichts von einer Spaltung der FRELIMO zu berichten wußte: »Man müsse Verständnis für den Genossen haben, den seine Erlebnisse sicher stark beeindruckt hätten. Aber offenbar sehe er nicht recht durch.« In der Bundesrepublik wurden Spaceks afrikanische Reisen aufmerksam registriert. Eines Tages kreuzte bei ihm die westdeutsche TV-Größe Dagobert Lindlau auf, um ihn abzuwerben. Als das nicht klappte, erschien ein Mitarbeiter der »Deutschen Welle«, um zu fragen, ob er nicht auch Beiträge für den bundesdeutschen Auslandsfunk liefern könne. Nach fünfjähriger Tätigkeit in Ostafrika kehrte der Autor in die DDR zurück, berichtete später aus Chile, Irak, Libyen, begleitete Regierungsdelegationen in verschiedene Länder und ging 1982 als ständiger Rundfunkkorrespondent nach Peking. 1990 wurd er, der inzwischen die 60 überschritten hatte, »gemühlfenzelt«, d. h. rausgeworfen. In fast
60 kurzweiligen, locker geschriebenen Geschichten berichtet Spacek in
seinem Buch über sein Berufsleben und seine Familie. Hinzugefügt
hat er ebenso kurze, aber eindeutige Kommentare zur Journalistik der
DDR und zur Informationsgebung des untergegangenen Staates. Offen, ehrlich,
kritisch und engagiert. Ein Genuß, dieses Buch zu lesen. |
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Der "Kleine Elefant" bereiste einen vergessenen Kontinent Peter Spacek erinnert an seine Korrespondententätigkeit Nur zwei
Tage ist es her, dass die Berliner Samariterkirche Stätte eines
für Gotteshäuser seltenen Ereignisses war: einer Autorenlesung,
moderiert von dem RBB-Journalisten Karl-Heinz Wigger. Der Name des Autors
Peter Spacek weckt Erinnerungen an lebendige Reportagen und Korrespondentenberichte
im einstigen DDR-Rundfunk. "War ich wirklich in Mocambique ?"
So der Buchtitel mit der Unterzeile: Als DDR-Korrespondent auf vier
Kontinenten. |
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Klein,
von fast zierlicher Gestalt, ist er als Korrespondent durch die Welt
gereist um den Hörern aus Irak und vor allem immer wieder aus Afrika
zu berichten. Als erster Journalist überhaupt begleitete er 1970
die Befreiungskämpfer der FRELIMO in Mocambique auf ihren Märschen
durch den Dschungel. Zur Flussüberquerung mußten Einbäume
dienen. Dann wieder waren strapaziöse Tagesmärsche (der längste
betrug 80 Kilometer), zu bewältigen, teils durch mannshohes Elefantengras,
und dies alles unter der ständigen Bedrohung, in Kämpfe mit
Patrouillen der portugiesischen Besatzer verwickelt zu werden. "Der
kleine Elefant" wird er deshalb schließlich im Kollegenkreis
genannt. Aufschlussreich vor allem, wenn Peter Spacek seine Begegnungen
mit Freiheitskämpfern schildert, die heute hohe politische Ämter
begleiten. Darunter auch sein einstiger FRELIMO-Truppführer, der
letzte Staatspräsident Mocambiques, Joaquim Chissano. Peter Spacek
wollte eigentlich nur seinen Kindern und Enkeln über sein ereignisreiches
Leben berichten. Kinder und Enkel brauchen Menschen, deren Wirken sie
ihnen zu Vorbildern werden läßt. Ein notwendiges Buch, weil,
wie Spacek mit Recht am Ende feststellt, für die Bundesrepublik
Afrika ein vergessener Kontinent ist, dem von der Politik kaum Bedeutung
beigemessen wird. |
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