Zwischenstationen unterwegs

 
 

Als ich im Herbst die Familie nachholte, hatten wir wieder Zwischenstation in Kairo. Unsere Jungs kamen aus dem Staunen nicht heraus. Dieses turbulente Treiben, der chaotische Verkehr, die für uns ungewohnte Kleidung der Araber. Ein Reisebüro in unserem Hotel offerierte uns zum günstigen Preis einen Ausflug zu den Pyramiden und zur Zitadelle mit der Mohammed-Ali-Moschee. Das war schon ein Abenteuer, in der Cheops-Pyramide durch den engen Gang zu steigen. Die beiden Größeren schafften das allein, Ivo musste ich mir unter den Arm klemmen. Wenn wir später nach Berlin auf Urlaub fuhren, und die Leute unsere Kinder über Afrika befragten, sprachen diese immer über Kairo. Afrika war für sie normaler Alltag, Kairo von den Zwischenaufenthalten das Besondere.

Damals gab es noch keine durchgehenden Flüge. Wir flogen meistens über Kairo und hatten dort einen Aufenthalt. Im Jahre 1968 überraschte uns während unseres Urlaubs allerdings der Einmarsch der Staaten des Warschauer Pakts in die Tschechoslowakei. Weil der Luftraum über der CSSR gesperrt war, flogen wir diesmal über Moskau. Dadurch konnte nun auch unsere Familie einen Eindruck von dieser Stadt gewinnen. Als wir den Kreml besichtigten, erzählte ich begeistert von den einmaligen Schätzen aus der Zarenzeit in der Rüstkammer, in der ich mit der Rundschau-Delegation gewesen war. Doch wir erlebten eine böse Überraschung. Weil dort der Strom der Besucher begrenzt bleiben muss, gibt es, was ich nicht wusste, in der Stadt ein Büro zum Vorverkauf, vor dem man lange Schlange stehen muss. Doch die Frau an der Kasse war von unserer Enttäuschung so gerührt, dass sie uns dann doch noch Karten gab, die sie offenbar für besondere Fälle hatte.

Die erste Zwischenlandung unserer AEROFLOT-Maschine erfolgte in Hodeida im Nord-Jemen. Das war nun wieder eine ganz andere Erfahrung. Es gab dort nur in die Wüste gegossenen Beton für die Start- und Landebahn. Als wir gelandet waren kamen zwei Jeeps mit Bewaffneten, die wie in einem Wildwestfilm gekreuzte Patronengurte um die Schulter trugen. Anstelle einer Gangway wurde eine aus Holzknüppeln zusammengenagelte Leiter an die Maschine gelehnt. Die Passagiere, die ausstiegen, wurden dann der heißen Sonne wegen im Schatten unter der Tragfläche gefilzt. So etwas gibt es also auch.

 
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