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Nach
meiner Rückkehr von dem dreiwöchigen Marsch gab es zunächst
einige merkwürdige Folgeerscheinungen. Vom Außenministerium
in Berlin lag beim Generalkonsulat ein Telegramm, ich möchte mich
bitte über die Spaltung innerhalb der FRELIMO äußern.
Das bezog sich auf die Ermordung Mondlanes und darauf, dass der FRELIMO-Vorsitzende
von Cabo Delgado, ein Stammeshäuptling der Makonde, zu den Portugiesen
übergelaufen war. Ich antwortete, dass es nach der Trennung von
einigen Verrätern keinerlei Spaltung gebe. Wie mir später
Bekannte sagten, äußerte man in Berlin etwas mitleidig, man
müsse Verständnis für den Genossen haben, den seine Erlebnisse
sicher stark beeindruckt hätten. Aber offenbar sehe er nicht recht
durch. |
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Noch
schlimmer war es in der sowjetischen Botschaft. Weil mir Chissano erzählt
hatte, es gäbe Probleme mit dem Munitionsnachschub für sowjetische
Waffen, informierte ich den sowjetischen Botschafter in Daressalam.
Der bat mich dann, alles über meinen Marsch dem für die Befreiungsbewegungen
zuständigen Botschaftsmitarbeiter zu erzählen. Der hörte
sich alles aufmerksam an, sagte dann aber, er wolle mich nicht kränken.
Doch ich solle mir noch einmal alles in Ruhe durchdenken. Ob ich mir
absolut sicher sei, dass ich wirklich in Mocambique war? Ich fasste
mich an den Kopf.
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Die
FRELIMO war schon gut beraten, dass sie unabhängige Zeugen ins
Land holte. Ich hatte dann wochenlang zu tun, mein Augenzeugenwissen
zu Papier zu bringen. Neben mehreren Sendungen schrieb ich auch für
verschiedene Zeitungen.So eine Fortsetzungsserie (das erste Manuskript,
das ich je in Englisch schrieb) für die örtliche Tageszeitung
"Standard Tanzania", eine ganze Seite für das "Neue
Deutschland", ein Porträt über Samora Machel für
den "Horizont", die außenpolitische Wochenzeitschrift
der DDR. Das vervielfachte sich dann auf erstaunliche Weise. Wahrscheinlich
habe ich nicht alles erfahren. Aber ich erhielt zwei Übersetzungen
aus schwedischen Zeitungen. Mein alter Chef von der "Täglichen
Rundschau", Prof. Bernikow, schickte mir aus Moskau die "Literaturnaja
Gaseta", welche die ND-Seite in Übersetzung gebracht hatte.
Ein linkes westberliner Studentenblatt brachte einen Nachdruck mit der
Vorbemerkung, der tschechische Journalist Peter Spacek sei in Mocambique
gewesen. |
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