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Ich
weiß nicht, von wem dieser Werbespruch stammt. Aber ich habe ihn
weidlich praktiziert. Da es ja meist sehr weite Strecken waren, summiert
sich mein Fliegen sicher auf eine ziemlich große Zahl von Erdumkreisungen.
Es waren einige Dutzend von Fluggesellschaften und auch viele Flugzeugtypen
von der schon vor dem zweiten Weltkrieg eingeführten DC
3 bis zum großen Airbus mit seinen drei Sitzreihen und zwei Gängen.
Meistens verlief das alles völlig normal, aber es gab auch Ausnahmen.
Meistens
verlief das alles völlig normal, aber es gab auch Ausnahmen. Als
ich 196O von Bagdad nach Berlin flog, musste ich den Umweg über
Amsterdam nehmen, weil es noch keine direkte Verbindung gab. Die niederländische
KLM nutzte eine amerikanische Turboprobmaschine vom Typ "Lockheed
Electra". Als ich mir auf dem Flugplatz als Reiselektüre das
Nachrichtenmagazin "Newsweek" kaufte, es zunächst achtlos
in die Tasche steckte, stieß ich dann auf die Titelstory "Unglücksmaschine
Lockheed Electra": Dort sei eine abgestürzt mit so und so
vielen Toten, da eine mit so viel Toten. Da es sich um einen prinzipiellen
Fehler handele, sei die Produktion eingestellt worden. Neben amerikanischen
Gesellschaften habe nur die holländische KLM diese Maschine in
Dienst gestellt. Nun wunderte ich mich nicht mehr, warum wir nur gut
ein Dutzend Passagiere waren. Neben mir nahm der Chiefsteward Platz.
Bei so wenigen Passagieren nehme man es mit dem Unterschied zwischen
erster und Touristenklasse nicht so genau, sagte er. Wenn ich ein alkoholisches
Getränk wolle, brauche ich es ihm nur zu sagen. Bei der Zwischenlandung
in Wien wurde dann zu allem Überfluss noch eine Arbeitsbühne
herangerollt, und man begann an einem Triebwerk zu basteln. Ich hatte
nie Angst vorm Fliegen. Aber ich war dann doch froh, als wir wohlbehalten
in Amsterdam gelandet waren.
Im
Jahre 1975 wollte ich zum Kongress der FRELIMO-Partei nach Mocambique.
Mit der skandinavischen SAS flog ich bis Daressalam, und wollte am nächsten
Tage mit der East African Airways weiter nach Maputo. Doch diese gemeinsame
Fluggesellschaft von Kenia, Tansania und Uganda machte genau an diesem
Tage Pleite. Ich saß fest. Es gab einen Flug der sowjetischen
AEROFLOT, die auf dem Weg nach Maputo in Daressalam zwischenlandete.
Doch sie hatte nicht das Recht, für diese Teilstrecke Passagiere
aufzunehmen. Ich müsse mir von den tansanischen Behörden eine
Ausnahmegenehmigung besorgen, sagte mir der AEROFLOT-Vertreter. Als
ich sie hatte, gab es das nächste Problem: Mit dieser Maschine
kämen die Delegationen der Sowjetunion und der DDR zum Jahrestag
der Arusha-Deklaration. Deshalb lande sie auf dem Kilimandscharo-Airport
bei Arusha und nicht in Daressalam, weil es für dort keine Passagiere
gebe. Unser Botschafter, der die DDR-Delegation zu betreuen hatte, nahm
mich mit dem Auto die 5OO Kilometer in Richtung Norden mit. Schließlich
saß ich auf diesem Umweg in der AEROFLOT-Maschine – um dann
doch wieder in Daressalam zu landen. Denn die Regierung Tansanias hatte
inzwischen alle ausländischen Fluggesellschaften gebeten, mit oder
ohne Verkehrsrechten bei der Weiterreise der gestrandeten Passagiere
zu helfen.
Ein
kompliziertes Problem waren für die international noch nicht so
fest verankerte DDR mitunter noch die Überflugrechte über
fremde Länder. Als Äthiopien im Krieg mit Somalia stand, flog
ich über Rom mit der ALITALIA nach Addis Abeba.
So
wollte ich auch zurück fliegen. Doch in der äthiopischen Hauptstadt
befand sich eine INTERFLUG-Maschine, die der DDR-Außenhandel gechartert
hatte. Sie hatte Kommiss-Brot für die äthiopische Armee gebracht
und sollte mit Rohkaffee zurückfliegen. Um für die DDR Devisen
zu sparen, legte mir unsere Botschaft nahe, zusammen mit zwei anderen
Passagieren doch sie zu nehmen. Und das war recht interessant. Bis auf
zwei Sitzbänke waren alle Plätze zugunsten der gestapelten
Kaffeesäcke ausgebaut. Die Stewardess zeigte uns, wo das Bier und
die anderen Getränke zur Selbstbedienung standen. Als Verpflegung
hatte sie neben Brot nur Eier und Halberstädter Würstchen.
Wir sollten ihr sagen, wenn wir etwas wollten.Es wurde ein regelrechter
Rundflug.
Da
wir keine Genehmigung zum Überflug des Sudan hatten, mussten wir
zunächst nach Aden im Südjemen fliegen, auch zum Tanken, weil
es in Addis Abeba wegen des Krieges keinen Treibstoff gab. Das nächste
Ziel war Karatschi in Pakistan. Dort kaufte ich mir im Duty-Free-Shop
eine Lederjacke. In der Bescheinigung über den zollfreien Einkauf
stand als mein Name "Mr. Graugrünbraun". In den Dienstpässen
der DDR stand nämlich unmittelbar unter dem Passbild die Augenfarbe,
was zu diesem Missverständnis führte. Das gleiche ist mir
später noch einmal in China passiert. Dort hatte der Journalisten-Verband
mit Hilfe meines Passes einen Inlandflug gebucht, und da hieß
ich auf dem Ticket wiederum "Mr. Graugrünbraun". Von
Karatschi ging es dann nach Moskau, wo wir sehr lange warten mussten,
ehe wir die Starterlaubnis erhielten. Denn wir waren keine Passagier-,
sondern nur eine Frachtmaschine. Schließlich erreichten wir doch
Berlin. So umständlich kann ein Flug also auch sein. |
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