Der Aufbau einer Nation in Mocambique

Von Peter Spacek (Veröffentlicht in im Studendentblatt Berlin Extra)

In der letzten Ausgabe veröffentlichten wir einen Bericht aus den umkämpften Gebieten der portugisieschen Kolonie Angola. In dieser Ausgabe legen wir einen Bericht des CSSR-Journalisten Spacek über Mocambique vor, den der Tschechoslowake zuerst in der Prager Zeitschrift "World Students Report" veröffentlicht hatte. Spacek weilte einige Woche lang in Mocambiques befreiten Gebieten.

 
 

Ich fühlte mich nicht wie ein Held, als wir die Grenze nach Mocambique überschritten.
Mein erster Gedanke war, was geschehen würde, wenn uns portugiesische Flugzeuge angreifen würden.
Ich behielt dies für mich, aber meine Gefährten von FRELIMO müssen Gedankenleser gewesen sein. Wir marschieren niemals in der Nacht",sagte mir einer der Freiheitskämpfer. Wir sind hier die Herren, nicht die Portugiesen, in der Nacht schlafen wir."

 
 

Ich wußte, daß FRELIMO die befreiten Gebiete in der Hand hatte. Aber ich hatte mir nicht vorgestellt, was dies tatsächlich bedeutet. Ist es verlassener Busch, den die Kolonialisten nicht für verteidigungswert halten? Gibt es dort etwas wie ."normales Dorfleben" — nicht nur Freiheitskämpfer mit ihren Gewehren, sondern auch Menschen, die auf ihren shambas arbeiten, und spielende Kinder? Und wenn es Dorfbewohner gibt — leben sie in ständiger Furcht?

Bereits auf den allerersten Meilen erhielt ich eine überraschende Antwort. Ich war Zeuge des merkwürdigsten Außenhandels, den ich je gesehen hatte. Die Menschen aus den befreiten Gebieten arbeiten hart und lernen rasch, ihre Umgebung zu meistern. Die Menschen in den befreiten Gebieten haben den Boden kultiviert und produzieren wichtige, zum Verkauf bestimmte Ernteprodukte, vor allem Kaschunüsse und landwirtschaftliche Erzeugnisse. Innerhalb einer Stunde begegnete ich über hundert Menschen, die schwere Säcke auf dem Kopf trugen, und das Dutzende Meilen weit. Sie tauschen diese Waren gegen andere lebenswichtige Waren ein — Textilien, Seife, Salz, Batterien und Schreibmaterial. Andere Waren werden eingelagert und dienen zum Tauschhandel gegen andere Bedarfsartikel innerhalb der befreiten Gebiete. Und nicht nur gegen Bedarfsartikel, wie mir jemand stolz sagte. Wenn die Leute ihre Kaschunüsse bringen und etwas Luxus dafür haben wollen, allein wegen des Gefühls, ihn zu haben, besorgt FRELIMO auch das. "Warum nicht? Sie haben dafür gearbeitet, und wir müssen ihre Wünsche respektieren"

Zufällig traf ich den Mann, der in FRELIMO für Gartenbau verantwortlich ist. Er zeigte mir 5000 Ananaspflanzen und Schachteln mit Blechbüchsen, in denen sich Mango-Sämlinge befanden, die er aus dem Innern von Mocambique gebracht hatte, um sie um ein FRELIMO-Ausbildungslager herum zu pflanzen, damit dieses sich selbst mit Obst versorgen kann. Bestimmt nichts sehr Wichtiges für den Befreiungskampf, Aber es zeigt, wie alles organisiert ist, bis zur kleinsten Kleinigkeit.
In den befreiten Gebieten gibt es keine passierbaren Straßen. Die früher vorhandenen wurden blockiert, um die portugiesischen Truppen am Vormarsch zu hindern. Als 1964 der bewaffnete Kampf begann, fällten die in der Umgebung lebenden Menschen Bäume, um die Straßen unpassierbar zu machen. Sie sind jetzt teilweise vermint und beinahe wieder vom Busch verschlungen. Die einzigen Verkehrswege sind enge Buschpfade, die gegen Flugzeuge mit Bäumen und Zweigen abgeschirmt sind. Auf diesen Pfaden geht der gesamte Verkehr vor sich: der Warentransport, von dem ich oben sprach, Lieferungen für die Front, der Transport der Verwundeten und die Bewegungen der Befreiungsarmee.

Fünf Meilen pro Stunde


In den ersten Tagen war ich mehr tot als lebendig. Die Befehlshaber, die ihre militärische Ausbildung im Ausland erhalten hotten, sagten mir, doß die übliche Heeresgeschwindigkeit in anderen Ländern selten drei Meilen überschreitet. Aber der Guerillakrieg kann nicht nach gewöhnlichen Maßstäben gemessen werden. FRELIMO ist aufs Marschieren angewiesen. Geschwindigkeit und Widerstandskraft sind Fragen von Leben und Tod.
Der nördliche Teil Mocambiques ist traditionell weniger bevölkert als Tansania. Außerdem sind viele Tausende über den Fluß Ruvuma geflohen, um den Luftangriffen der Portugiesen zu entgehen. Und doch marschierten wir niemals länger als eine halbe Stunde, ohne Menschen zu begegnen: Posten der Miliz, die den Verkehr kontrollieren und als Warnsystem vor überraschenden Angriffen dienen, Trägerkolonnen und häufig in Hütten lebende Bauernfamilien. Das erste Dorf, durch das wir kamen —etwa zwölf Hütten —, sah ziemlich verlassen aus. Später sah ich, warum : Beinahe alle Bewohner arbeiteten auf ihrer shamba. Das war ein wenigstens vier Morgen großes Feld — was ich unter den Bedingungen des Guerillakrieges unglaublich fand. Es gab dort Reis, Mais und Manioksträucher, meistens durcheinander gepflanzt. Ich hatte an unserem Weg viele solcher Felder gesehen. Da sie unter freiem Himmel liegen, sind sie die empfindlichsten Punkte in den befreiten Gebieten. Während derTrockenzeit werfen die portugiesischen Flugzeuge Napalmbomben ab, um die Ernte zu vernichten.
Die meisten dieser Felder gehören Genossenschaften, manche von ihnen Privatpersonen. Niemand wird gezwungen, einer Genossenschaft beizutreten. Die Führer FRELIMOS sind in dieser Beziehung sehr vorsichtig. Aber diejenigen, die noch für sich arbeiten, müssen notgedrungen auch zusammenarbeiten. Wenn ein Bauer Waren tragen geht, was sehr oft vorkommt — für sich, für das Dorf oder für die Befreiungsarmee —, arbeiten die anderen auf seiner shamba. Als wir an einem großen Reisfeld vorüberkamen, auf dem etwa 50 Frauen arbeiteten, bat ich die mit mir marschierenden Soldaten um eine Atempause, um zu fotografieren. Sie nahmen sofort Hacken auf und schlossen sich den Dorfbewohnern an. Ich dachte zuerst, daß sie nur für meine Fotos posieren wollten. Aber bald überzeugte ich mich, daß diese Arbeit nichts Ungewöhnliches für sie war.
Ich stellte im allgemeinen eine Atmosphäre des Verständnisses und gegenseitigen Vertrauens zwischen den Freiheitskämpfern und der Zivilbevölkerung fest (wenn man überhaupt einen Unterschied machen kann).

Leben mit FRELIMO


Das Gebiet, das ich besuchte, ist von den Makonde bewohnt. Ich fand nicht viele Menschen, die sich mit Holzschnitzerei beschäftigten, für die der Stamm berühmt ist. Nur in einem Dorf sah ich einige Männer, die sich mit dieser kunstvollen Arbeit befaßten. Neben ihnen lehnten ihre Gewehre an einem Baum, ein Zeichen, daß sie auch etwas anderes zu tun haben. Die meisten Menschen, denen ich begegnete — insgesamt mehrere tausend —, hatten die typischen Tätowierungen im Gesicht. Bei vielen Frauen waren kleine runde Scheiben in die Oberlippe eingewachsen, die aussahen wie kleine Räder von Spielzeugeisenbahnen.
Ich erwähne diese Fakten, da verschiedene westliche Zeitungen berichtet haben, daß die meisten Makonde mit ihrem Stammeshäuptling, Kavandame, zu den Portugiesen geflohen seien. Was Kavandame anbelangt, habe ich die sarkastischen Bemerkungen der Makonde auf Band aufgenommen: eines ihrer Lieder ist satirisch, es heißt „Kavandame ist davongelaufen!"

Aber die Geschichte mit Kavandame hat einen wichtigen prinzipiellen Aspekt. Wie andere Befreiungsbewegungen hat auch FRELIMO mehr oder weniger auf rein nationalistischer Basis begonnen. Im Laufe des Kampfes entwickelte sich ein Prozeß der Differenzierung, verstärkt durch die Notwendigkeit des Aufbaus in den befreiten Gebieten, die jetzt sogar zu der Frage zwingt, wie das zukünftige Mocambique aussehen soll. Kavandame, ein Vertreter der konservativen nationalistischen Tendenzen, beabsichtigte, die alte Gesellschaftsstruktur, wie sie der Kolonialismus geschaffen hatte, beizubehalten — lediglich ohne die Portugiesen.
Als Verwaltungssekretär der Provinz Cabo Delgado sabotierte er die Bildung von Volksverwaltungsausschüssen, bis er seines Amtes enthoben wurde und in eine portugiesische Niederlassung floh.


Das Volk entscheidet


Als ich Mache! Samara, Armeebefehlshaber und jetzt Vorsitzender von FRELIMO in einem der Lager FRELIMOS in Mocambique traf, bat ich ihn, die ideologische Konzeption des Befreiungskampfes zu erläutern. „Wir kämpfen nicht nur gegen den Kolonialismus, sondern auch gegen das System, das hinter diesem steht — gegen den Kapitalismus. Wir haben Ausbeuter in unseren eigenen Reihen gehabt: Kavandame und andere. Sie wollten uns einreden, daß wir keine Ideologie brauchen. Sie dachten, daß es nur notwendig sei, alle nationalistischen Kräfte zu vereinen. Aber wie können wir um Unabhängigkeit kämpfen, ohne zu sagen, welche Art von Unabhängigkeit wir wollen? Wir haben uns nicht von Parasiten befreit, um neue Parasiten zu schaffen."
„Wir sind nicht so erpicht auf theoretische Definitionen", fuhr er fort. „Wir entscheiden durch Aktionen. Und es ist das Volk, das entscheidet, Wir geben lediglich die Orientierung. Aber ich meine, die Entscheidung ist nicht so schwer. Jeder von uns hat seine Erfahrungen mit dem Kapitalismus gemacht. Und jeder von uns weiß, was wir gemeinsam erreicht haben - die neuen Produktionsmethoden, unsere Schulen, unsere Krankenhäuser, unser Leben in den befreiten Gebieten."
Ich fand reichlich Beweise für diese Worte. Etwa zwei Marschstunden vom Hauptausbildungslager in der Provinz Cabo Delgado - FRELIMO nennt es „Beira" - Basis - entfernt liegt das Verwaltungszentrum dieses Gebietes — Dutzende von Hütten mit allen Merkmalen des Dorflebens. Beinahe hundert Meter weiter befindet sich das „Internat" — mehrere Hütten, die eigens für Kinder gebaut wurden, deren Eltern an der Front kämpfen. Die Klassenzimmer bestehen aus offenen Hütten mit Grasdächern. Manche sind einfach ein freier Platz, wo die Schüler auf gefällten Bäumen sitzen. Es war am späten Nachmittag, aber alle Klassenzimmer waren überfüllt. Es gab dort Kinder aller Altersstufen sowie Klassen für Erwachsene und manchmal sogar gemischte Klassen.
Ich stellte fest, daß Lesen und Schreiben, Mathematik und Geographie unterrichtet wurden. Ich war tief gerührt, als ich sah, daß die Übungshefte, in die die Kinder schrieben, Solidaritätsgaben waren. Früher verwendeten sie getrocknete Maniokwurzeln und verkohlte Holzstücke als Ersatz für Tafel und Kreide, wie mir ein Lehrer sagte.
Mocambique hat eine der größten Analphabetenziffern in Afrika - etwa 98%, hörte ich. Dort, wo FRELIMO herrscht, hat jetzt jedes Kind die Möglichkeit, die Schule zu besuchen. Sogar einer der portugiesischen Gefangenen wurde im Lesen und Schreiben unterrichtet, als er 8 Monate in den befreiten Gebieten in Haft war, bevor er nach Algerien geschickt wurde.
Ein anderes unvergeßliches Erlebnis war mein Besuch in einem der Buschkrankenhäuser, das aus mehreren Hütten bestand, die zum Schutz gegen Luftangriffe weit verstreut lagen. FRELIMO hat keine geschulten Arzte, nur ärztliche Assistenten, die Kugeln oder Bombensplitter herausnehmen, die Zivilbevölkerung behandeln oder sogar komplizierte Operationen durchführen. Und sie tun dies fast völlig ohne Hilfsmittel. Sämtliche Medikamente und Instrumente, die ich in diesem Krankenhaus sah, hätten Platz in zwei Schuhschachteln gefunden. Besonderer Bedarf besteht an Antibiotika und kleinen chirurgischen Instrumenten.
Unter der portugiesischen Verwaltung gab es in den ländlichen Gebieten überhaupt keine ärztliche Versorgung. FRELIMO dagegen war sogar trotz der gegenwärtig beschränkten Möglichkeiten in der Lage, allein in der Provinz Cabo Delgado über 200000 Personen gegen die Pocken zu impfen.
In dem Gebiet, das ich besuchte, war es friedlich. Wären nicht die Gewehre gewesen, die viele Menschen bei sich trugen — sogar die Hilfsärzte in dem Buschkrankenhaus und die Studenten in den Klassen für Erwachsene —, hätte man leicht vergessen können, daß sie unter Kriegsbedingungen leben. Und es wird ein harter Krieg geführt, wie ich bald erfahren sollte.


Der Krieg in Mocambique


Es geschah in den allerersten Tagen, nachdem wir die Grenze überschritten hatten; wir waren drei Stunden auf dem Marsch, als wir aus der Ferne Maschinengewehrfeuer hörten. Dann erreichte uns ein Bote mit dem Befehl zu bleiben, wo wir waren, und in Deckung zu gehen. Einige Zeit später hörte ich Bomben explodieren. Ich sah einen Hubschrauber, eine französische „Alouette", und ein einmotoriges Flugzeug - eine westdeutsche Dornier 27.

Am gleichen Abend erfuhr ich, was geschehen war: Eine Kompanie portugiesischer Soldaten, die aus dem nächsten Militärstützpunkt kam, hatte versucht, das FRELIMO-Lager anzugreifen, zu dem wir marschierten. Es war der erste Versuch in fünf oder sechs Monaten, wie man mir sagte. Vielleicht eine speziell mir zugedachte Begrüßung… Aber anscheinend ist FRELIMO auf solche Vorkommnisse gut vorbereitet.
Die Dorfbewohner oder Milizposten informieren die Befreiungsarmee über alle Bewegungen des Feindes — wenigstens 10 bis 15 Meilen, bevor sie das Gebiet erreichen. An diesem Tag legte FRELIMO einen Hinterhalt: zwei kleine Abteilungen rechts und links von den Portugiesen. Der Feind marschierte mitten in das Maschinengewehr- und Geschützfeuer aus einigen hundert Meter Entfernung hinein. Als er sich zurückzog, eröffnete zuerst die linke Abteilung das Feuer. Als er versuchte, auf die entgegengesetzte Seite zu entkommen, wurde er von dort beschossen. Eine Stunde später kam ein Hubschrauber, um die Toten und Verwundeten aufzunehmen. Die DO 27 gab Deckung und warf im Umkreis des Landungsplatzes Bomben ab, um einen Angriff FRELIMOS zu verhindern.

Ich besah mir die Stelle, wo der Hubschrauber gelandet war — der Hang eines romantischen Tales in der Nähe eines kleinen, mit Wasserpflanzen bewachsenen Sees. Ich sah. Blutflecken auf dem Boden und Bäume, die zum Abtransport der Verwundeten gefällt worden waren. Als Andenken nahm ich das Packpapier von portugiesischen Heeresverbandpäckchen mit und leere Büchsen von eisernen Rationen mit in Portugiesisch gedruckten Instruktionen, wie und wann diese zu verwenden sind, und — in großen Buchstaben — der Ermahnung, daß Reste sorgfältig vergraben werden sollen. Diesmal war offensichtlich nicht genügend Zeit.

Ich fragte die Frontkämpfer nach den portugiesischen Verlusten. Niemand konnte mir die genaue Zahl angeben. Sie berichteten, daß beinahe der ganze Zug an der Spitze der Kompanie unter dem Maschinengewehr- und Geschützfeuer zusammengebrochen war, während der Rest von den Abteilungen an beiden Seiten getroffen wurde. Die Verluste FRELIMOS sah ich mit eigenen Augen: ein Freiheitskämpfer hinkte. Eine Geschützgranate war ihm auf den Fuß gefallen.

„Warten Sie nur ab", sagte mir ein Kommandant, „morgen werden die portugiesischen Flugzeuge kommen und unser Gebiet bombardieren. Das machen sie immer, wenn sie in einen Hinterhalt fallen." Er hatte recht. Es war wieder eine DO 27. Ich zählte elf Explosionen. Da alles durch den Busch gedeckt war, warfen sie ihre Bomben aufs Geratewohl ab. Als ich das Krankenhaus von FRELIMO, das in der Nähe lag, besuchte, sah ich zwei verwundete Frauen. Eine war durch einen Bombensplitter am Kopf verwundet worden, die andere an der Schulter.

Waffen von der NATO

Im Hauptausbildungslager fand ich noch mehr Beweise für die Unterstützung der NATO. Eine Kompanie war in einer Reihe angetreten, und ihr Befehlshaber forderte diejenigen, die erbeutete Waffen hatten, auf, aus der Reihe zu treten und sie auf den Boden zu legen, damit sie geprüft werden konnten. Einige waren aus dem letzten Krieg wohlbekannt: deutsche Karabiner 98 und Maschinengewehre MG 42. Ich fand auch modernere Waffen: französische Geschütze und Handgranaten und einen englischen Raketenwerfer M 20 8,6 Zoll. Aber die meisten waren automatische G-3-Gewehre, die in westdeutscher Lizenz in der von Westdeutschen gebauten Fabrik in Braco da Prata erzeugt werden und jetzt zur Standardausrüstung der portugiesischen Kolonialtruppen gehören.

Als wir zurückmarschierten, entdeckte ich große Löcher im Boden, teilweise durch Zweige und Blätter verdeckt. „Luftschutzräume für die Dorfbewohner", sagte man mir. Ich hatte sie vorher nicht bemerkt, da sie gut getarnt waren. Sie müssen vorhanden sein. Das Leben in den befreiten Gebieten ist nicht so friedlich, wie es mir ursprünglich vorkam. Die in der befreiten Zone verstreuten portugiesischen Stützpunkte sind vollständig isoliert und nur auf dem Luftweg zugänglich. Aber sie gefährden noch immer das Leben der hier lebenden Menschen. Die Entfernung, die ich mit FRELIMO zurücklegte, erscheint auf der Karte nicht sehr beeindruckend. Die befreiten Gebiete im Norden erstrecken sich auf etwa ein Fünftel von Mocambique. Eines der vielen Lieder der Befreiungsarmee handelt vom Maputo, dem Fluß im Süden: „Sobald wir den Maputo erreicht haben, wird Mocambique frei sein." Das kostet noch viele Opfer, und viele Jahre harten Kampfes stehen bevor.


 
   
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